Vortrag und Mitgliederversammlung des Hospizvereins Brilon am 3.2.2011

 

„Oase von menschlicher Nähe am Lebensende“ Spende über 1.850,- Euro an Hospizverein Brilon

Es sei ihnen „eine besondere Ehre“, befanden die Mitarbeiter der Firma Egger, als sie den Hospizverein Brilon zu dessen Mitgliederversammlung mit einem symbolischen Scheck überraschten.
Stolze 1.850,- Euro waren bei der Gesundheitsinitiative „Egger läuft“ zusammen gekommen. Pro erlaufenem Kilometer, z. B. bei Familienlauf, Marathon etc., wurden 5,- Euro gespendet, erklärte Thomas Abrell, Werksleiter Logistik bei Firma Egger.
Pfarrerin Beatrix Eulenstein und Hildegard Padberg vom Hospizverein bedankten sich herzlich für den wichtigen Beitrag. „Der Hospizverein ist auf Spenden angewiesen, damit unsere Mitarbeiter gute Ausbildungsmöglichkeiten für ihre Arbeit erhalten“, so Pfarrerin Eulenstein.

Foto: Manuela Decker

Mitarbeiter der Firma Egger überreichten dem Hospizverein einen symbolischen Scheck über 1.850,- Euro.

 

„Begleiter auf schwerem Weg“

Der Referent des Abends, Diakon und Notfallseelsorger Hans-Joachim Bexkens, hatte den direkten Anknüpfungspunkt für seinen Vortrag. Denn auch die Mitarbeiter der Firma Egger wurden nach der Explosion vor gut einem Jahr – bei der drei Menschen umkamen – von Hans-Joachim Bexkens betreut. Erlebnisse „als wenn die Erde still steht“ und die die Betroffenen völlig erschüttert zurücklassen, rufen den Notfallseelsorger auf den Plan. Als langjähriger Feuerwehrmann ist er heute oft als Polizeiseelsorger zur Stelle, begleitet Polizeibeamte bei der Überbringung einer Todesnachricht, ist dann für die Betroffenen da. „In aller Stille oder auch in größtem verzweifelten Weinen“, wie Bexkens eindrucksvoll schilderte. Für ihn sind auch die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Hospizvereins Notfallseelsorger und wie er selbst „Begleiter auf schwerem Weg“. Auffangen, miterleben, da sein, wenn das Unbegreifliche geschieht: die Parallelen brachte Bexkens auch mit der Formulierung „Ich lass dich nicht eher allein, bis du wirklich aufgehoben bist“ auf den Punkt. Er verweise oft auf den Briloner Hospizverein in seiner Arbeit, denn immer sei es wichtig, Netzwerke zu haben und an weitere Helfer verweisen zu können.

Foto: Manuela Decker

Eindrucksvoller Referent: Notfallseelsorger Hans-Joachim Bexkens.

 

Diese beeindruckenden Schilderungen des Notfallseelsorgers sorgten bei den Anwesenden noch für viel Gesprächsstoff. Vorsitzende Pfarrerin Eulenstein begrüßte schließlich noch einmal alle Anwesenden zur eigentlichen Sitzung. Die Arbeit der ehrenamtlichen Hospizmitarbeiterinnen und   -mitarbeiter stellte sie dabei als besonders herausragend und wichtig dar: „Sie realisieren eine Oase von menschlicher Nähe am Lebensende“, fasste sie die Tätigkeit in ein passendes Bild und sprach den Ehrenamtlichen ihren ausdrücklichen Dank und besondere Wertschätzung aus.
Im weiteren Verlauf der Versammlung gab dann Hildegard Padberg einen Überblick über die Aktivitäten. Momentan besteht die aktive Gruppe des Hospizvereins (mit mittlerweile 135 Mitgliedern) aus 15 Frauen und einem Mann. In 2010 wurden 30 Personen auf ihrem letzten Lebensweg begleitet. Nach wie vor großer Beliebtheit erfreut sich das monatliche Trauercafe. Zum Tag der offenen Tür im Herbst 2010 wurden rund 80 Gäste im Pfarrzentrum gezählt. Die Mitarbeiter nahmen an zehn Abenden Supervision, an drei Regionaltreffen sowie am Mitarbeiterwochenende im Haus der Stille teil. Ein herzliches Dankeschön ging noch einmal an Pfarrer Roland Lichterfeld, der in 2010 in den Ruhestand verabschiedet wurde und den Hospizverein viele Jahre begleitet hatte.

Der Kassenbericht erfolgte durch den Geschäftsführer Heinz-Georg Eirund. Die Versammlung sprach dem Vorstand einstimmig die Entlastung aus. Bei den anschließenden Wahlen zum Kassenprüfer wurde Bernhard Hengesbach gewählt.  Hedwig Hüwel scheidet nach zwei Jahren aus diesem Amt aus.

Text : Manuela Decker                                                                                                                Zurück